Der Alltag hier in Lily beginnt wenn man nicht früher die Kinder zur Schule fahren muss um halb 9 mit einer kurzen Andacht und einem anschließenden Briefing was über den Tag so alles anfällt und was in der nächsten Zeit passiert. Am Montag gibt es dann zum Beispiel für die Hausmütter Essensausgabe. Das heißt das Lily jeden Donnerstag für das gesamte Heim einkaufen geht (nächstes mal werde ich da auf alle Fälle mitgehen). Das gesamte Essen wird durch Spenden finanziert, so haben die meisten Kindern einzelne Sponsoren, die regelmäßig für das Kind spenden.

Heute am Mittwoch sind wir durch die Häuser gegangen und haben geschaut was die Kinder an Sommerklamotten brauchen. Ansonsten ist der Vormittag auch eher entspannt, oft kann man noch ne Weile relaxen oder man bereitet die Hausaufgabenbetreuung vor.

Mittags kommen dann alle Kinder heim und es wird richtig lebendig bis abends um 6, weil dann alle Kinder, auch die Großen, in den Häusern sein müssen. Oft hocken wir Volunteers dann einfach zusammen rum. Heute wie Mittwoch war „Bibel study“. Das heißt Singen und über Biebelausschnitte diskutieren. Nicht unbedingt meine größte Leidenschaft, aber da wir hier in Lily eine große Familie sind muss ich da durch.

Das Wetter hier ist eigentlich grad ganz nach meinem Geschmack, die letzten Tage hatten wir irgendwas zwischen 20 und 30 Grad und reinen Sonnenschein. Nacht wird es aber trotzdem recht kühl, dass man schon mal nen Pullover oder ne Jacke braucht. Heute war es zum ersten Mal bedeckt und abends hat es geregnet, wobei das hier wohl eher Nieselt als wirklich Regen ist. Das war auch mal ganz da es hier insgesamt ziemlich staubig ist (man fühlt sich eigentlich immer dreckig) und es auch immer mehr kleinere unkontrollierte Buschbrände gibt. Das getrocknete Gras nach dem Winter wird üblicherweise abgebrannt, damit neues im Frühling wachsen kann und ab und zu gerät so was halt außer Kontrolle. Das lässt aber die Leute hier mittlerweile total kalt. Naja auf alle Fälle wird es jetzt immer wärmer und so hab ich mich auch haartechnisch Südafrika angepasst. Ich hab mir von der Volunteer aus Kapstadt meine Haare verdammt kurz schneiden lassen (Bilder werden folgen wenn ich nächstes Mal im Interetcafe bin, weil ich hier im Heim nichts uploaden soll, wegem Volumenvertrag). Natürlich hab ich mich davor bei ein paar Südafrikanern erkundingt, damit ich mit meiner fast Glatze auch keine Probleme bekommen. Man fällt sogar wohl eher weniger auf mit kurzen Haaren, da das hier echt jeder hat auch viele Weiße. Auch Waschtechnisch ist das einiges einfacher. Gestern erlebte ich den ersten Wasserausfall für einige Stunden (das kann wohl aber auch manchmal Tage dauern), auch mein warmes Wasser funktioniert nicht immer.

Ich hab jetzt bisher nicht nur einen Wasserausfall und Internetausfall erlebt, ich hab auch schon meinen ersten kleinen Einbruch hinter mir. Kinder aus Lily (im Grundschulalter) haben es anscheinend auf neue Volunteers abgesehen. So sind sie die Tage durch mein Schlafzimmerfenster eingestiegen und haben mein Handy und meine Armbanduhr eingesteckt. Das Fester kann man nicht richtig schließen und deshalb von außen vermutlich auch aufmachen. Als Konsequenz habe ich meine Schlafzimmerfenster mit Kabelbinder verriegelt und ich schließe jetzt immer sowohl mein Schlafzimmer als auch meine Wohnungstür ab. Beide Sachen habe ich am gleichen Tag noch durch den Heimleiter wiederbekommen, der den Kindern wohl auch nen ordentlichen Anschiss verpasst hat.