Jetzt sind wir schon 10 Volunteers die in Lily arbeiten, 8 leben hier unten und 2 oben im Communitycenter.

In einer Woche kommt dann erstmal die Letzte. Sie wird hier unten in Lily wohnen, da sie vermutlich die erste Volunteer in einem Rollstuhl ist.

Letzten Samstag Abend kamen Ben und eine Freundin von ihm, Lauren, aus den USA, bis jetzt haben sie kein Gepäck, weil mysteriöser Weise alle Gepäckstücke in Johannesburg verloren gegangen sind...Seit Montag liegt Ben außerdem mit Durchfall und Kopfschmerzen im Bett. Da waren meine ersten Tage dagegen echt nicht schlecht. Ben ist 24 und hat seinen Job, der ihm nicht gefiel, hingeschmissen. Jetzt wird er mit mir die nächsten 9 Monate zusammenleben oder auch länger, da er absolut noch nicht weiß was er danach machen will.

Einsamme und langweilige Momente nehmen immer mehr ab. Grad spielen wir jeden Abend ein bisschen Basketball auf unserem absolut neuen Basketballspielfeld, welches auch zum Fahradfahren lernen genutzt wird. Die letzten Tage bin ich außerdem verdammt viel rumgekommen. Ich bin mit unserem Hausmeister oder Fahrer teilweise 4-5 stündige Touren gefahren um a) Spenden einzusammeln, b) um Sachen zu kaufen und c) Elektrogeräte oder Autos zur Reparatur zu bringen. Das macht eindeutig mehr Spaß als Homeworkclub ;-) Und das Beste ist, dass ich dadurch als Einzigster so richtig zum Autofahren komme und dass ich Kontakt zu den Arbeitern hier bekomme. Außerdem kriegt man vom Kia Truck fahren echt Muckies...

Am Wochenende (Samstag) sind wir nach Durban in ein riesiges Einkaufszentrum gefahren (ich bin gefahren, Linksverkehr ist absolut kein Problem mehr). Billabong/Quicksilver Sachen kriegt man da echt für die Hälfte im Vergleich zu Deutschland. Außerdem bekomme ich gerade für einen Euro immer mehr Rand, Tendenz Steigend ;-) Da Jon und ich allerdings nicht so ewig im Einkaufszentrum verbringen wollten sind wir trotz des schlechten Wetters weiter durch Durbans Zentrum an den Strand gefahren um wunderbar brechende Wellen zu sehen. Ich freu mich definitiv schon auf den nächsten freien Tag mit Wind.

Freitag/Samstag war wohl der kälteste Tag im Jahr mit etwa 10 Grad tagsüber. Hört sich nicht so schlimm an, aber wenn die Temperatur nachts fällt und das Haus null Isolierung hat, geschweige denn eine Heizung, fühlt man sich die ganze Zeit wie ein Eisklotz. Von Lily konnte man sogar Schnee auf den Bergen sehen. 3 Tage später haben wir allerdings schon wieder angenehme 30 Grad. Die Temperatur ist extrem von der Bewölkung abhängig. Wenn die Sonne scheint wird es heiß und wenn Wolken da sind ist es kalt, viel dazwischen gibt es nicht.

Am Sonntag mussten Jon und ich und ein paar Mädels vom Communitycenter ziemlich früh aufstehen, da um 6 Uhr das Hill2Hill Mountenbikerennen (100km) begonnen hat. Wir von Lily haben einen Verpflegungsstand betreut und da die Fahrer in Gruppen gestartet sind waren wir bei miserablen Temperaturen zwischen 8 und 13 Uhr am Verteilen. Dank dem eisigen Wind hab ich mich trotz meiner Snowboardjacke wie auf nem Gletscher gefühlt.