Hallo, ich bin gut in Südafrika angekommen!

Am 3.Sept waren meine Familie und die Familie meiner Freundin 3 Stunden vor Abflug am Flughafen. Und das war auch gut so, denn man darf bei British Airways (in meiner Buchungsklasse) generell nur 1 Gepäckstück mitnehmen. Ich hatte allerdings 2 plus mein Kiteboard. Die nette Frau am Check in Schalter hat allerdings dann mein E-ticket angeschaut. Und da hat der Ticketgroßhändler tatsächlich 2 Gepäckstücke eingetragen ( die 2 Gepäckstücke wurden mir auch ein paar Tage früher vom Ticketgroßhändler zugesichert). Daraufhin durfte ich ausnahmsweise beide Taschen einckecken. Mein Kiteboard durfte als Snowboard auch noch umsonst mit ;-) Der darauf folgende Abschied war wohl einer meiner schlimmsten und blödesten Sachen die ich je erlebt hab, sowas will ich am besten nie wieder erleben. Mit Verspätung kam ich in London an woraufhin mein „Snowboard“ es nichtmehr ins neue Flugzeug schaffte. In Johannesburg musste ich neu einchecken nachdem ich stundenlang in der Schlange von der Passkontrolle stand. Auch hier durfte ich nur eine Tasche mitnehmen und leider hatte ich ein anderes Ticket. Am Check in wurde mir die Wahl gestellt offiziell 75 € zu zahlen oder nach dem Check in unauffällig 40 € rüberschieben. Hätte ich noch mein Board dabeigehabt hätte ich wohl noch mehr Schmiergeld zahlen müssen (British Airways hat es kostenlos ein Tag später nach Durban geschickt). Das war also meine erste Erfahrung mit Korruption in Südafrika und anscheinend ist hier wirklich alles Korrupt! Außerdem habe ich mir in Johannesburg noch eine südafrikanische Prepaidkarte gekauft. Man könnte mich jetzt auf 0027710124383 anrufen...

Naja in Durban bin ich dann schließlich nach 22 h Reise etwas übermüdet auch noch gut angekommen. Ich würde von einem Arbeiter aus Lily of the Valley abgeholt. Da wir schon in Durban waren haben wir als erstes gleich noch eine 25kg Zuckerspende abgeholt. Die Straßen sind bis kurz vor Lily sind echt gut ausgebaut (von Durban braucht man etwa knapp ne Stunde).Linksverkehr ist übrigens verdammt komisch und wirklich Verkehrsregel scheint es nicht zu geben ;-) Lily grenzt an ein Township namens Morphela. Das war schon etwas komisch sowas zum ersten Mal zu sehen. In Lily angekommen war die Begrüßung etwas komisch. Ich wurde vor mein Hausgefahren und dort praktisch alleine gelassen. Ich hab die ersten Stunden niemand offiziellen gesehen. Aber die Kinder sind trotzdem cool. Die sind total kontaktfreudig und haben kein Scharm. Die kleineren wollen immer sofort auf den Arm. Und so war ich nur wenige Minuten hier und ich hatte schon ein paar kleine Freunde ;-) Knapp 120 Waisen leben hier (von klein bis 17), jeweils 6 in jedem Haus mit einer Hausmutter (es gibt wohl auch einen Hausmann, den hab ich aber noch nicht gesehen). Dann gibt es hier noch 2 Hunde ne Katze und ein paar Hühner. Bisher bin ich der einzigste männliche Volunteer. Raphael mein Vorgänger ist leider ein Tag vor mir abgereist. Allerdings kommt wohl am 16. Sept. einer aus England. Momentan gibt es noch 5 weitere weibliche Freiwillige. 3 aus USA, 1 aus Kapstadt und 1 aus Deutschland. Die sind alle sehr nett und kümmern sich sehr gut um mich, damit ich es am Anfang bisschen leichter habe. So haben sie mich erstmal mit Klopapier und Essen versorgt. Den Heimleiter Warren habe ich dann kurz abends getroffen, allerdings soll der wohl etwas chaotisch sein und so lief die Begrüßung auch nur sehr kurz aus. Am nächsten Tag habe ich erstmal ausgiebig ausgeschlafen und meine erste Dusche genommen. Raphael hat glücklicherweise einen provisorischen Duschkopf installiert sodass ich nicht mit einem Kübel Wasser meine Haare waschen musste. Warmes Wasser gibt es auch, genauso wie Strom und Internet. Allerdings kann alles ab und zu ausfallen. So gibt es seit dem ich angekommen bin kein Internet ;-( Nach der Dusche habe ich dann mein Zimmer so gut es ging eingerichtet. Etwa um 4 kamen 2 Freiwillige um zu fragen ob ich noch lebe. Sie sind dann mit mir zu einem 20 min entfernten Superspar (wie der deutsche Spar nur größer) gefahren und dort hab ich für 70 Euro erstmal einen Großeinkauf gemacht. Dort gibt es eigentlich alles und da ich essenstechnisch für mich selber sorge wird es zumindest was das Essen angeht eine nicht allzu große Umgewöhnung sein. So gabs als Abendbrot erstmal eine Tiefkühlpizza, also genau mein Kochlevel ;-)

Das solls jetzt erstmal fürs Erste sein. Ich bin gespannt was die Zeit noch bring. Auf alle Fälle fühl ich mich grad noch alles andere als zu Hause. Es sieht alles total anders aus, ich bin hier einer der wenigen Weißen und ich habe noch riesige Probleme mit der Sprache. Nur die Amerikaner versteh ich einigermaßen. Außerdem bin ich glaube ich noch nicht so richtig über den Abschied hinweggekommen vor allem vermisse ich meine Freundin. Auf der Photo Seite habe ich die Ersten Bilder von meinem Haus reingestellt, welches ich momentan noch alleine behause.