Die Tage hab ich mich lustigerweise an meinen Deutschunterricht erinnert. Das warn noch Zeiten, als man Pro-Contra Erörterungen geschrieben hat. Klassiker wie Todesstrafe Pro Contra oder eben Schuluniformen. In Südafrika herrscht Uniformplicht und ich denk größtenteils kann damit auch der Unterschied zwischen arm und reicht retuschiert werden. Allerdings auch nur retuschiert. Der Kontrast ist immer noch unvorstellbar.

Ich will mich so langsam aus Lily zurück ziehen und mehr im Community Center tätig werden. Gründe sind unter anderem Probleme mit dem Management, auf die ich (noch) gar nicht so genau eingehen will, das Gefühl nach zu viel Rumfahrerei etwas anders machen zu wollen und das ich gerade lieber mit Südafrikanern zusammen bin als mit dem Haufen neuer Volunteers (11 sind wir gerade). Wie dem auch sei, auf alle Fälle haben die 4 deutschen Mädels, die noch letztes Jahr im Community Center waren, Spenden gesammelt. Damit mit dem Geld auch passiert was gewünscht, bin ich mit einigen vom Community Center (Musa, Njabulo und Kwasi) nach Mid Illovo gefahren zu einem entlegenen Dörfchen ohne fließendes Wasser und Strom um die Schuluniformsituation auszuchecken. Macht es Sinn eine Uniformplicht zu haben, wenn die Menschen zu arm sind Uniformen für ihre Kinder zu kaufen, die immerhin etwa 40 € kostet? Am Ende des Tages hatten wir 6 komplette Uniformen gekauft, für Kinder die Teil des Community Center Food Parcel Programms sind. Während ich heute meinen Tag wieder mit Essenseinkauf für Lily verbracht habe, hat Musa heute die Uniformen verteilt. Ich denke die Kids haben sich gefühlt, als ob Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen wären, hehe.

Ben, mein „Bruder“ aus LA ist letzten Sonntag zurück geflogen. Lily ist für mich jetzt absolut nichtmehr das gleiche und mehr und mehr freu ich mich schon wieder in Deutschland zu sein. Unter den Volunteer ist es allerdings ziemlich IN nicht zu wissen was danach tun. Und so geht's mir auch ein bisschen. Naja immerhin haben ich im Dezember meinen ersten Test bei Lufthansa, auf den ich mich ab und zu sogar schon versuch vorzubereiten. Einen guten Alternativplan für ein Nichtbestehen der insgesamt 3 Test gibt es allerdings noch nicht. Und auch was ich zwischen September und Dezember mach ist noch unklar. Bis auf das Wiederkehrerseminar vom IB Mitte September ist nichts geplant. Da mein Leben hier allerdings doch etwas teuer ist als geplant, bräuchte ich eigentlich einen Job nach SA. Große Hoffnung auf nen coolen Job mach ich mir allerdings was ich so in den News über die Wirtschaft lese nicht. Wie dem auch sei, falls irgendwer eine gute Idee hat oder sogar nen Job für mich hätte, nur her damit ;-)

Nachdem ich fast glaube, dass Warren bisher insgesamt mehr freie Tage hatte wie ich, ist es für mich Zeit mal wieder in den Urlaub zu fahren. Am Samstag kommt Philipp, der momentan in der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt arbeitet, und dann geht es für 2 Wochen hoch nach Mosambik mit Surfboard und Kitesurfequipment im Gepäck...