Woooooow, jetzt ist schon ein Monat vergangen. 1/12 hab ich schon hinter mir, AMAZING! Die Zeit scheint hier echt doppelt so schnell zu vergehen wie daheim.

Und mittlerweile habe ich mich hier auch ganz gut eingelebt. Wir 3 Jungs sind praktisch die geborenen Hausfrauen ;-) Naja die meisten Mütter würden wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wie wir hier in der MännerWG im Haus 21 leben. Aber ich find wir meistern das ganz gut. Jon und ich sind ja noch blutige Anfänger, aber Ben hat schon einige Jahre alleine gelebt, was sehr hilfreich ist. Seit Ben da ist kochen wir jeden Abend, oft sogar sehr aufwendig. Auch für reichlich gesunde Sachen ist gesorgt. Essenstechnisch wird also an nichts gespart. Abspülen müssen wir von Hand, das ist zwar von keinem von uns das Hobby aber wir schaffen es trotzdem regelmäßig zu spülen, sodass sich keine zu großen Berge anhäufen. Wäsche waschen tut jeder für sich in unserer hauseigenen Waschmaschine, die leider nur kalt waschen kann, aber besser wie nichts. Dadurch kann man aber alles querbet waschen was wiederum ganz cool ist. Anschließend werden die Sachen einfach hinterm Haus aufgehängt (die Sachen werden übrigens nicht geklaut^^). Wir hätten zwar ein Bügeleisen, aber wir sind alle zu faul und so muss das auch ungebügelt gehen, damit hab ich aber nicht wirklich ein Problem. Dann wär da noch Putzen, noch so ein unangenehmes Thema. Letzten Sonntag haben wir allerdings nen halben Frühjahresputz gemacht, da es teilweise schon etwas schmutzig war. Jonny hat alles gestaubsaugt, ich habe mir die Küche vorgenommen und Ben hat glücklicherweise mit seiner gesamten Erfahrung das Bad geputzt. Des Weiteren sind wir ganz schön am Haus aufmöbeln. Wir haben schon Einiges repariert, viel dazugekauft, wie Tubberboxen, Mülleimer und Putzutensilien und wir sind fleißig am Wände dekorieren mit zum Beispiel Landkarten von Durban, KwaZulu Natal und Südafrika. Unser nächsten Projekt konzentriert sich aufs Bad, wir haben keine Abstellmöglichkeit, also wollen wir uns ein Regal zulegen. Außerdem wäre ein Duschvorhang und eine fest installierte Duschbrause hervorragend.

Gesundheitlich geht es mir eigentlich Klasse, seitdem ich hier bin hatte ich keine größeren Probleme. Ich hab zwar einen leichten Dauerschnupfen, damit bin ich aber nicht der einzigste Volunteer, vielleicht liegt das einfach an der staubigen Gegend.. Und selbst falls was sein sollte, wir haben momentan 2 Krankenschwestern als Volunteers. Des weitern lebt für die nächsten Monate ein Arzt aus Amerika oben im Community Center. Die letzten Tage hatten wir allerdings echt viele Mücken, alleine an meiner linken Hand hatte ich 10 Stiche. Wir haben uns jetzt tolles Insktenspray gekauft und gehen täglich vorm ins Bett gehen auf Mückenjagt. Nur gut das wir hier in keinem Malariagebiet sind...

Die schwarze Bevölkerung in unserer Umgebung spricht hauptsächlich Zulu mit ziemlich komplizierten Klicklauten, eigentlich alle können aber auch mehr oder weniger gut Englisch. So langsam gewöhne ich mich auch an die unterschiedlichen Akzente. So haben wir hier südafrikanisches (wobei man hier deutlich zwischen Warrens Englisch und dem der Arbeiter unterscheiden muss), amerikanisches, kanadisches, britisches Englisch. Auch wenn ich immer mehr versteh (wobei ich bei ernsthaften Konversationen mit vielen schwierigen Wörtern immer noch nichts versteh...) hab ich persönlich nicht das Gefühl, dass ich Englisch wirklich so schnell lerne wie ich angenommen hatte. Vermutlich ist mein Gehirn mit genügend anderem neuem Zeugs beschäftigt. Ich bin aber optimistisch, dass das auch noch wird, so versuch ich z.B. jeden Abend ein paar Vokabeln zu lernen.

Weil ich grad vom Annehmen gesprochen habe. Eigentlich dachte ich, dass ich mit 200 bis max 300 € im Monat auskomme. Fakt ist allerdings leider, dass ich seit meiner Ausreise etwa 400 € ausgegeben habe. Ich hoff allerdings, dass sich das demnächst minimieren wird, da hauptsächlich die Zeit wo ich alleine war sehr teuer war (vor Allem weil das Haus praktisch leer war).

Ansonsten ist eigentlich alles Grundsätzliche so wie ich es angenommen hatte und ich freu mich schon auf die nächsten 11 Monate!

 

Die letzte Woche hatten wir Schulferien, was für uns Volunteers viel Arbeit bedeutet, da die Kinder rund um die Uhr da sind und was geboten kriegen wollen. So haben wir Vormittags und Nachmittags Holiday Clubs angeboten wie Tanzen, Basteln, Film schaun, Fußball, Basketball, Cricket, Vorlesen, Spiele spieln, Jonglieren und an 2 heißen Tagen Watersliding. Da ich aber einen Nachmittag unterwegs war und wir zweimal nachmittags Watersliding gemacht haben, habe ich nur 2 mal Jonglieren angeboten. Am Wochenende davor habe ich mit ein paar Kindern 42 Jonglierbälle aus Luftballons und Sand gemacht. Nach zweimal Jonglieren sieht die Bilanz aber nicht ganz so gut aus wie gedacht. Ein wirkliches Talent könnt ich nicht entdecken. Trotzdem hat es den Kindern sichtlich sehr gefallen auch wenn ich hier mit einer stürmischeren Begeisterung gerechnet habe.

Aus dem Schwimmen während der Schulferien wurde übrigens leider nichts, da wir unsere Poolreinigungsaktion aufgrund eines technischen Defekts nicht zu Ende bringen konnten. Dafür gab es wie gesagt Watersliding was zu einer großen Wasserschlacht ausgeartet ist.

Die Länge von diesem Rundbrief ist auch schon fast ausgeartet... Es ist echt klasse soviel positives Feedback aus Deutschland zu bekommen und ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen weil ich kaum zum Emails beantworten komme.