Für alle die es schon fast vergessen haben nach so einer langen Schreibpause, ich war ein Jahr in Südafrika um im Rahmen eines FSJ im Ausland in einem Waisenheim zu arbeiten. Eigentlich wollte ich nicht fast 3 Monate warten um ein paar Abschlussworte los zu werden und eigentlich weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll…

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und Bilder habe ich von mir aber vor allem von anderen Volunteers mehrere Tausende. (Ich könnte laut Sprichwort also ein ganzen Buch schreiben ;-)) Leider sind mir durch die Funktionsverweigerung meines alten Laptops einige Bilder speziell von der Endphase verloren gegangen. Wer sich allerdings noch mal ein paar Bilder von Lily anschauen möchte kann dies gerne machen. Um mir erstmal die aufwendige Aufgabe die guten Bilder rauszusortieren zu ersparen verlinke ich auf Bens Bilder, die er als Abschluss online gestellt hat: http://good-times.webshots.com/album/573686228HyCdqo

 

Gehen wir also noch mal ein paar Monate zurück in den August, zu den letzten paar Wochen in Südafrika. In dieser Zeit bin ich irgendwie kaum noch in den Homeworkclub gegangen. Ich habe lieber noch mal etwas konstruktive Arbeit geleistet und ein Kletterhaus aus Holz komplett renoviert und den Pool gereinigt. Wenn man ein paar Wochen nichts macht, wird so nen Pool verdammt ekelig und ich weiß bis heut noch nicht, warum ich mir das Geschäft gemacht habe den Pool zu reinigen, da es noch viel zu kalt war zum Schwimmen und er wieder total verdreckte als ich weg war. Ich hab’ s nur gemacht, weil Warren das gaaanz wichtig war, ich glaube wegen ein paar Besuchern.

Mit Musa und meinen ganzen einheimischen Freunden habe ich schon fast wöchentlich nen Braai veranstaltet, generell habe ich versucht so viel Zeit wie möglich mit meinen Freunden zu verbringen!

Da mein Abflug am 2. September an einem Vormittag war habe ich am Abend vor meinem Abflug eine Runde durch alle Häuser in Lily gemacht. Das war echt komisch sich in solch einer kurzen Zeit von so vielen Kindern zu verabschieden. Einige größere Kinder waren glaube ich  auch echt traurig, dass ich gegangen bin. Andere machten eher einen gleichgültigen Eindruck. Ich selber habe immerhin knapp 30 Volunteers in einem Jahr kennen gelernt, ist man also mehrere Jahre in Lily lernt man nen Haufen Leute kenne, die alle versuchen, der „beste Freund“ zu sein. Grundschulkinderalter und vor allem Jüngere schienen verständlicher Weise gar nicht zu verstehen, was vor sich ging. Was mich allerdings gefreut hat, dass 2 der coolsten Jungs mich auf meiner Abschiedsrunde begleitet haben.

Später am Abend kamen dann meine Freunde und zusammen mit den restlichen Volunteers haben wir nen riesen Lagerfeuer veranstaltet. Die Wochen davor haben Pete und Vicky und unsere Arbeiter eine Feuer/Grill Grube zementiert, die eingeweiht werden musste. Durch meine Holzhüttenrenovierung ist nen Haufen Altholz angefallen, was nur danach gerufen hat verbrannt zu werden. Wir hatten bestimmt 3 Meter hohe Flammen, schade, dass ich die Bilder davon nicht mehr habe! Am nächsten Morgen hat mich dann Pete mit meinem ganzen Gepäck zum Flughafen gebracht und wie schon alles berichtet, hat alles super geklappt.

 

Und dann war ich wieder in Deutschland was echt teilweise auch für einige Wochen komisch war. Wieder daheim bei den Eltern leben…nur weiße Leute…alle Preise waren wieder „kleine Europreise“…kein Englisch mehr…kein Mitbewohner, Kinder und Freunde direkt in der Nachbarschaft…ich verstehe kleine Kinder...wieder eine Freundin…kaltes Wetter…ständiges warmes Wasser usw. Allerdings was ich am deutlichsten gemerkt habe ist, dass der Lifestyle und die Einstellung zur Zeit sich komplett unterscheiden! Auch wenn ich nicht wirklich mehr zu tun habe im Moment, scheint das Leben wieder hier in Deutschland sehr viel stressiger zu sein. Es scheint als würde die Zeit schneller laufen als in Südafrika!

In den ersten Wochen wieder zurück hab ich mich auf die Berufsuntersuchung der Lufthansa vorbereitet. Es ging darum sich auf Tests vorzubereiten die Konzentration, optische Wahrnehmung, akustisches Gedächtnis, Raumvorstellung, Mehrfacharbeit etc voraussetzten. In der Woche vorm Test habe ich außerdem intensiv Physik und technisches Verständnis gelernt und habe da echt 1-2 dicke Bücher gut durchgearbeitet. Schon allein für den Physik Test kann man fast sagen, dass ich mehr als für mein Abi gelernt habe ;-) Also ab nach Hamburg und 2 Tage sich testen lassen, wobei die Warterei aufs Ergebnis die Tage danach fast schlimmer war. Test bestanden!!!!!!! Jetzt muss ich auf meinen 2ten Testtermin warten, der irgendwann im Frühjahr sein wird, in dem dann hauptsächlich die Psyche untersucht wird.

Fast hätte ich es vergessen. Zwei Wochen nachdem ich wieder in Deutschland war musste ich zu einem Nachbereitungsseminar von meinem Träger dem IB. Es warum ziemlich viele Leute da, die auch in Südafrika waren und die man kannte. Es war auch interessant einige Leute wieder zu sehen, die man noch vom Vorbereitungsseminar kannte. Waren ein paar schöne Tage und ganz nett sich noch mal bisschen auszutauschen, aber über die Notwendigkeit eines solchen Seminars lässt sich streiten. Nach meinem Lufthansatest wollte ich übergangsweise etwas Geld verdienen, um bei der Pilotenschulung oder beim Studium besser über die Runden zu kommen und um nächstes Jahr noch mal etwas herumzureisen. Die Hochzeit von Ben in den USA steht zum Beispiel ganz oben auf der Liste! Ich bin davon ausgegangen, dass es recht schwierig sein wird einen gescheiten Job bei der aktuellen Wirtschaftlage zu finden. Unsinniger Weise habe ich mich sogar beim Arbeitsamt gemeldet. Am Tag danach habe ich selber durch einen Tipp eines Freundes nen Job gefunden und eine Woche später ging es dann auch schon los. Jetzt bin ich DHL-Paketzusteller. Es schlaucht zwar ziemlich den ganzen Tag herumzurennen aber für einen ungelernten Beruf als Abiturient verdien ich meines Erachtens echt gut.

 

An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an all meine Sponsoren, die dieses Jahr überhaupt finanziell möglich gemacht haben. Ich habe Englisch gelernt, Lebenserfahrungen gemacht, die so kaum jemand hat und Freunde fürs Leben kennen gelernt. Besser kann man seine Wehrpflicht nicht nutzen!