Ein frohes neues Jahr allesamt! Jetzt haben wir schon 2009 und ich hab schon 1/3 meiner Zeit hinter mir. Das die Zeit so schnell hier vergeht hab ich vor ein paar Monaten echt nicht geglaubt.

Heute ist ein guter Tag, denn überraschender Weise haben wir schon wieder Strom. Gestern hat hier der stärkste Sturm seit längerem gewütet, hunderte von Bäumen sind umgekippt und einige Straßen wurden gesperrt. Da mussten wir gestern ganz schöne Umwege fahren um nach Lily zu kommen. Schon 10 min vor Lily hatten die Häuser kein Strom und damit war klar, dass wir auch keinen Strom hatten. Das wir dann heute am nächsten Tag schon wieder Strom hatten, hat uns alle etwas positiv überrascht.

Gestern haben Rosa und ich übrigens, die anderen drei Volunteers besucht, die für 4 Tage in dem Haus von Palmers Freunden leben. Ich dachte, dass ich schon mal zuvor in Deutschland in nem großen Haus war, aber das war richtig bonzig. Da das Land und Bauen ziemlich billige ist, haben schon die etwas reicheren riesen Häuser. Die Sicherheitssysteme sind nicht mehr feierlich und die Bonzen hier leben nur in Angst und Schrecken. Da können wir echt froh sein, dass wir im einigermaßen sicheren Lily leben.

Aber zurück nach 08 und Weihnachten. Vor Weihnachten hatten wir ja wie gesagt ein paar ziemlich heiße Tage. Um Weihnachten drumherum hat es sich dann allerdings auf eisige 20 Grad abgekühlt, gemischt mit ziemlich viel Regen. Weihnachten am Strand war also gestorben. Dennoch hatten wir nem ziemlich schönes, ruhiges Weihnachten auch wenn es sich so ganz ohne Familie doch bisschen falsch angefühlt hat.

Anders wie üblich hatte ich keine Schulferien und so hab ich an Christmas Eve (24.) zum ersten Mal gearbeitet, denn schließlich brauchte Lily über die Feiertage was zu essen. Die Herausforderung war bei unserem wöchentlichen Essenseinkauf (den ich seit dem ich hier bin erst 2 mal verpasst habe) diesmal die Extras, die jedes Haus kriegen sollte. Glücklicherweise macht es uns der Spar bei dem wir immer einkaufen nicht ganz so schwer. Mittlerweile ist es kein Problem mehr, wenn ich nach hinten ins Lager gehe um zu schauen ob sie noch dies oder das haben. Auch der Kontakt zu den Leuten die etwas zu Sagen haben ist ganz gut und so hat sich der Spar extra wegen uns nochmal zum Großmarkt aufgemacht um unsere Melonen zu kaufen, die ich dann am Abend abgeholt habe. Kaum kam ich vom Melonen abholen heim, war es Zeit Weihnachtsmann zu spielen. Wir haben zusätzliche Geschenke von Duck'n Deck und ein paar Geschenke von Sponsoren an die Häuser plus ein Dankeschön an die Hausmütter verteilt. Verkleidet als Schweinchen, Flughörnchen, Pinguin und Indianer und nem Truck als Schlitten, sind wir dann von Haus zu Haus gefahren und haben die Kinder glücklich gemacht, die teilweise richtig durchgedreht waren ;-) Das Bittere für sie war, dass sie die Geschenke erst am nächsten Morgen aufmachen durften, trotzdem war es für die Kinder und auch für uns ein Haidenspaß! Während Ben und ich hauptsächlich den ganzen Tag gearbeitet haben, hat das andere Volunteer Haus das Festmahl vorbereitet. Alle 5 Volunteers vom Community Center und alle 5 von Lily haben sich in Warrens Haus getroffen. Das Essen von dem Jeder außer ich etwas mitgebracht hat, war vorzüglich und ziemlich abwechslungsreich. Nach dem Essen sind die Community Mädels hoch um ihre deutsche Bescherung zu feiern. Wir haben uns nach amerikanischer und südafrikanischer Tradition bis zum Morgen vom 25. geduldet. Nur gewichtelt haben wir unter uns Lily Leuten noch am 24. da Warren und Sungmin am nächsten Tag nicht da waren. Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal noch ein bisschen Essen an die Häuser verteilt um uns dann alle zum Brunchen und Geschenke auspacken im Mädels Volunteer Haus zu treffen. Das war übrigens mein erstes Weihnachten ohne Weihnachtslieder und Kirche, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass ich hier unter lauter überzeugten Christen lebe. Sowohl die Amis als auch wir waren gewohnt am 24. Abends in die Kirche zu gehen, aber solche Gottesdienste wurden hier aus irgend einem Grund nicht angeboten. Und tagsüber oder am 25. erschienen unpassend oder ging nicht weil wir gearbeitet haben.

Silvester war dann etwa das gleiche, Ben und ich haben wieder unser wöchentliches Essen eingekauft, wobei die Extras diesmal etwas einfacher waren. Wir haben zusätzlich hauptsächlich Grillzeugs und Feuerwerkskörper gekauft. Abends sind wir Volunteers dann einfacher halber Essen gegangen um danach gemeinsam mit den Kids draußen auf Mitternacht zu warten. Einige waren richtig aufgedreht, da sie ja nicht alle Tage so lange aufbleiben und draußen spielen dürfen. Um die Zeit totzuschlagen hat ganz Lily gemeinsam gegrillt und die Mütter hatten eine Andacht. Um Mitternacht haben Ben, Gift und ich dann das Feuerwerk angezündet und natürlich hatten wir viel zu wenig ;-) Trotzdem waren die Kids fasziniert von soviel Krach, Feuer und Qualm und das ist ja schließlich die Hauptsache!