Amazing!!! Ein weiterer Monat ist nur so vorbeigeflogen! Die Zeit scheint hier echt doppelt so schnell zu vergehen wie in Deutschland als ich noch zur Schule ging. Das ist doch eigentlich ein gutes Zeichen. So langsam fühl ich mich auch richtig integriert und als ein Teil von Lily. Meine Aufgaben hier sind relativ gleich geblieben...Nachmittags mache ich mit Grad 4a, 4b, 5 jeweils eine halbe Stunde Homeworkclub, English oder Mathe. Da wir da allerdings gerade noch 5 Volunteers sind ist das nicht alzu stressig. Eine halbe Stunde ist eigentlich viel zu wenig, manchmal ist es echt erschreckend, mit was die Kinder alles Schwierigkeiten haben, aber viel mehr Betreuung können wir bei so vielen Kindern einfach zeitlich nicht bieten. Hinzukommt, dass jetzt jeden Mittwochnachmittag ein Grippenspiel einstudiert wird, welches etwa in einem Monat in der Kirche in Pietmaritzburg, zu der wir immer Sonntagabend gehen, vorgeführt wird. Außerdem machen wir weiterhin alles was anfällt wie Essenverteilen, Büroarbeiten und wir Jungs so Männerarbeit wie Streichen oder kleinere Sachen reparieren. Jonny und vor allem ich übernehmen aber gerade so langsam alle Fahrerjobs um etwas einzukaufen oder einzusammeln da wir uns jetzt wohl hier am Besten von den Volunteers in der Umgebung auskennen. Am Sonntag bin ich jetzt zu den Kindergartenkindern für die Sunday-school gewechselt, da die erstens süßer sind und da ich mich dort als Nichtgläubiger deutlich wohler fühl. Das Verhältnis zu den Kindern wird jetzt auch immer enger und das ein oder andere Kind würde ich auch gern mit nach Hause nehmen ;-) Heute werde ich wohl mit ein paar älteren Jungs erste Rap-Songs aufnehmen ;-)

 

Gestern war ich mal wieder mit unserem Oberhausmeister Eugin unterwegs um unseren Condor zur Inspektion zu bringen. Er arbeitet hier in Lily seit den Anfängen, und wenn ich das richtig Verstanden habe, gibt es Lily seit etwa 11 Jahren. Er bekommt pro Monat 3000 Rand was zur Zeit etwa 240€ sind. Er ist echt nen liebeswerter Mensch. Er hat auf Grund seines Christlichen Glaubens nur eine Frau und 3 Kinder, zwei davon gehen noch zu Schule. Eugin schickt sie aber nicht auf die schlechten Schulen hier in Morphela sondern auf christliche Privatschulen. Durch die Schule und den Transport dorthin und Wasser und Strom hat er jetzt am Anfang des Monats noch 70 Rand. (Und nicht viele hier in Morphela haben einen so guten Job, die Arbeitslosigkeit muss ziemlich groß sein.) Als dann gestern Lunch-time war, sind Rieke (Volunteer vom Community Center) und ich zu Scooters eine Pizza essen gegangen. Wenn man 2 bestellt, kriegt man eine dritte umsonst, die wir dann Eugin gegeben haben. Aber anstatt sie zu essen, hat er sie für Abends aufgehoben, damit er sie mit seinen Kindern und seiner Frau teilen kann. Der Mann hat meinen Respekt ;-)

Wir leben hier im Vergleich zum europäischen Standard echt einfach, aber wenn man das hier mit Morphela vergleicht, leben wir (Volunteers) hier schon allein wegen unserem Essen, welches wir uns gönnen, in reinem Luxus!

Ich bin echt gespannt was mit unseren Kids passiert wenn sie nicht mehr in Lily leben. Bisher war das ,weil Lily ja noch relativ jung ist, noch nie der Fall. Unsere Ältesten sind 16 oder 17 (da gibt es unterschiedliche Geburtsurkunden) und wir haben momentan 1 Highschool Kind (Stufe 8 von 12). Was passiert wenn sie älter werden und mit der Schule fertig sind, ist glaube ich noch ziemlich unklar. Vielleicht könnten einige wenn sie es schaffen auf College aber ob das ihre Sponsoren bezahlen?! So traurig wie das klingt, aber einige werden bestimmt arbeitslos in Morphela landen.

 

Am Freitag werden Jonny und ich Südafrika unsicher machen. Eigentlich hat ja Jonny eine Woche Urlaub, aber wir haben 11 Tage draus gemacht. Und Warren ist da auch total flexibel!! ;-) Wir werden mit nem gemieteten Corsa die Ostküste runterfahren und vor allem an den besten Surfspots halten. Ein paar Tage werden wir dann wahrscheinlich in Kapstadt sein und dann am 18. wieder nach Durban zurückfliegen!

Das wird bestimmt spaßig! Spaßig wars auch gestern Abend als ich mir mit dem Messer beim Kabelbinder abschneiden bis vermutlich bis zum Knochen in den linken Daumen geschnitten habe. Glücklicherweise war gerade zufällig Sarah unsere Krankenschwester im Haus ;-)