Jooo nur noch ¼! So langsam bin ich froh, dass ich bald wieder nach Deutschland komme. Neben TIA haben Ben und ich jetzt auch SAS (South Africa sucks) eingeführt ;-)!

Was hier grad alles so deprimierend ist, kann ich gar nicht alles schreiben! Auf alle Fälle sitzt der Vergewaltiger immer noch im Nachbarhaus. Psychologen oder rechtliche Schritte lassen immer noch auf sich warten. Immerhin gibt es jetzt eine Psychologin und eine Sozialarbeiter in Aussicht, die irgendwann in Lily angestellt werden sollen. Zufälligerweise habe ich vor ein paar Wochen von einem Fall in Berlin gelesen, wo ein 16 Jähriger einen Jungen vergewaltigt hat. 3 Tage später wurde er festgenommen...

Allerdings gab es auch ein paar coole Sachen vom Mai zu berichten. Jonny, der letztes Jahr für 3 Monate hier war, ist für 10 Tage zurückgekommen. Die alte Haus 21 Besetzung wurde wieder vereint und wir hatten echt viel Spaß miteinander. Leider musste Jonny nach den 10 Tagen wieder zurück zu seinem Job...

In den 10 Tagen waren wir glaube ich 3 mal Bowlen. Eine Runde Bowlen kostet hier in Südafrika nur 2 bis 4 Euro. Übrigens habe ich gerade das Gefühl, dass mein Deutsch immer schlechter und schlechter wird. Stattdessen wäre vermutlich mein Ex-Englischlehrer Herr Ohler ziemlich stolz auf mich. Wie dem auch sei, an unserem Day off sind wir 3 Jungs zu einem in der Nähe liegenden Lions Park gefahren um endlich mal Löwen in Südafrika zu sehen. Das war dann allerdings doch nicht das große Erlebnis, da man praktisch nur durch eine großes Gehege gefahren ist, vollgestopft mit ausrangierten langweiligen Zirkus-Löwen. Enttäuscht von der Unspektakulärheit sind wir dann Quadbiken gegangen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie haben wir jetzt erst rausgefunden, dass nur etwa 20 Minuten entfernt nen ziemlich cooler Platz ist, wo man unter anderem auch Quads mieten kann. Ohne große Einweisung oder Guide (was in Deutschland nie möglich wäre) haben sie uns eine Stunde in teilweise ziemlich krassem Gelände rumfahren lassen. Gut, dass das meine Mutter nicht gesehen hat ;-)

Letztes Wochenende, nachdem Jonny gegangen war sind Ben und ich dann tatsächlich auf unseren ersten gemeinsamen Trip gegangen. Da Ben praktisch schon nächste Woche geht war es höchste Zeit mit meinem Fastbruder Ben endlich mal ein Trip zu machen. Nachdem die Victoriafalls dann doch ziemlich teuer gewesen wären, sind wir an Durbans Southcoast für 3 Tage gefahren. Am ersten Nachmittag sind wir golfen gegangen. Ben hat während dem Collage ziemlich viel Golf gespielt und hatte anscheinend zeitweise Handycap 5. Ich dagegen konnte als einzigste Erfahrung Minigolf verbuchen. Nach einem kurzen Einschlagen auf einem auf dem Golfplatz liegenden Sportplatz ging es dann auf die 9 Löcher. Mit ein bisschen Mogeln gelang es mir allerdings ganz gut am Ben dranzubleiben und so brauchte ich nur knapp doppelt so viele Schläge wie er. Falls das nichts mit Pilot wird, sollte ich vielleicht Golfpro werden... Die erste Nacht haben wir im Mantis and Moon Backpacker verbracht. Ich habe uns ein ruhiges Baumhaus reserviert, was sich als Doppelbettzimmer rausgestellt hat. Die Affen, die vor unserer Baumhaustür rumgeturnt haben und das nahe Meerrauschen haben das nur eine Bett allerdings entschädigt. Am nächsten Tag sind wir weiter südlich gefahren, wo wir dann mit einem Kanu flussaufwärts gepaddelt sind. Die Nacht war es Ben nach einem Hotel und so hat er mich in ein 4 Sterne Hotel direkt am Meer eingeladen, wo dann jeder in seinem eigenen Doppelbett schlafen konnte. Am Sonntag war Wakeboarden auf dem Programm. Vor uns hat das Fox Wakeboard Team gerade für dessen neues Video gefilmt. Da wir etwas früher dran waren, haben sie uns eingeladen auf dem Boot zu chillen und ihnen beim Tricksen zuzuschauen. Wakeboarden hat sich also doppelt gelohnt. Naja nicht für den Ben, der hat sich nämlich seine Schulter ausgekugelt und ist immer noch in Schmerzen.

Das kotzt nicht nur ihn an, sondern auch mich. Momentan sind wir grad wieder 9 Volunteers, aber keine einzige neue Volunteer kann manuell fahren oder hat sogar gar keinen Führerschein. Das heißt für mich, dass ich praktisch den ganzen Tag im Auto sitze. Ich hätts ja nicht geglaubt, aber so langsam hört die übertriebene Motivation Auto zu fahren auf. Von dem generell asozialen südafrikanischen Autofahrern will ich gar nicht sprechen.

Ken hatte letzte Woche die geniale Idee Geld zu sparen. Der Plan ist einfach: Den wöchentlichen Lebensmitteleinkauf vom „lokalen“ Spar zum „Großhandel“ in Pietermaritzburg zu legen. Wie gesagt hört sich einfach an, allerdings war ich der Glückliche, der das ganze „auslöffeln“ durfte. Anstelle am späten Mittag fertig zu werden, habe ich mich die letzten 2 Donnerstage so ungefähr 10-11 Stunden nur mit dem Einkauf rumgeärgert. Gekrönt wurde das ganze das ich am ersten Donnerstag ziemlich krank war und eigentlich im Bett sein sollte. Aber was macht man nicht alles, dass 114 Kids nicht hungern. Jonny meinte, dass es einer seiner schlimmsten Tage in seinem Leben war ;-) Es gab eigentlich echt überall Probleme. Beim Transport, beim Zahlen, beim Brot (wir bestellen etwa 200 Brote jede Woche)....

Naja die Hoffnung ist immer noch da, dass es irgendwann einfacher wird wie beim Spar und es dann auch echt günstiger ist!

Jo fast vergessen. Dave und seine Familie vom Community Center sind nicht mehr hier. Krystas (Daves Frau) Vater ist überraschend gestorben. Eine Woche später saß die ganze Familie im Flugzeug auf dem Weg zurück in die Staaten. Seit ein paar Tagen ist es klar, dass sie hier nicht wieder zurück kommen. Seitdem sie weg sind, hat sich einiges im Community Center verändert. Der Großteil der Sachen die dort abgingen ist zusammengebrochen. Für einige Zeit war damit mein Plan hoch ins Community Center hochzuziehen auch gestorben. Jetzt hatten wir die Idee, dass ich mit Musa zusammenziehe. Die momentane Volunteerlage macht das aber so gut wie unmöglich, vor allem wenn Ben in einer Woche weg ist. Uuh, Lily wird sicherlich anders ohne Ben. Dann bin ich es nur noch mit nem Haufen neuer Volunteers. Was ziemlich komisch wird, da die doch noch ein ganz anderes Bild von Lily, den Kids und Südafrika haben.